Lectorium Rosicrucianum – Das Goldene Rosenkreuz

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Antworten in der Tiefe des eigenen Wesens zu entdecken, sich damit auseinanderzusetzen und im Leben zu verwirklichen bedeutet, sich auf einen Weg neuer Bewusstwerdung zu begeben. Dieser Weg führt zu einer tiefen inneren Transformation und kann eine vollkommen veränderte Sichtweise des gesamten Lebens mit sich bringen.

Die spirituelle Arbeit der Rosenkreuzer findet im Rahmen von Tempeldiensten statt. Hier stehen äußere und innere Stille, Besinnung und Konzentration im Vordergrund. Ernsthaft interessierte Gäste sind auch zu Öffentlichen Tempeldiensten herzlich eingeladen.

Welches Ziel verfolgen die Rosenkreuzer?

Das Goldene Rosenkreuz ist eine gnostische Geistesschule. Ziel ist die Verwirklichung des urchristlichen Einweihungsweges der Transfiguration. Zum Goldenen Rosenkreuz gehören Frauen und Männer, die eine Sehnsucht nach geistiger Lebenserneuerung in sich tragen.

Innerhalb des Goldenen Rosenkreuzes gehen sie einen praktischen spirituellen Weg, der ihrem Leben den lange gesuchten Sinn gibt. Der Ausgangspunkt für diesen Weg ist der göttliche Urkern im Menschen – das, was die Rosenkreuzer die „Rose des Herzens“ nennen.

Wer dieses innerliche Kraftzentrum einmal in sich selbst erfahren hat und zum leitenden Prinzip in seinem Leben macht, steht am Beginn eines eingreifendes Prozesses, der Transfiguration. Das ist die große Verwandlung des Menschen nach Seele, Geist und Körper. Die alte, sterbliche Persönlichkeit macht dabei nach und nach Platz für eine neue Beseelung, die aus ganz anderen Kräften genährt wird. Es sind nicht mehr die auf die Materie gerichteten, ichzentralen Kräfte, sondern Kräfte aus dem Gebiet des ursprünglichen Lebens, das den Tod nicht kennt.

Während dieses Prozesses der Transfiguration geht der „alte Mensch“ auf in einem neuen, geistigen Bewusstsein. Es ist der urchristliche Einweihungsweg, den Johannes im Neuen Testament so beschreibt: „Ich muss untergehen, der Andere muss wachsen.“ Der unsterbliche „Andere“ ist nicht in der Welt der Gegensätze zu Hause, sondern entstammt einer höheren Naturordnung, die vollkommen außerhalb der Begrenzungen von Diesseits und Jenseits liegt. Es ist die Geistseelenwelt, die ursprüngliche Schöpfung. Wer daran Anteil erhält, erfährt die Erkenntnis Gottes – die Gnosis – in sich selbst.

Rosenkreuzer sind Menschen, die die Stimme des „Anderen“ in ihrem innersten Wesen vernommen haben und das Licht der Gnosis aus innerer Erfahrung kennen. Sie stellen sich in den Dienst dieses „Anderen“ und geben dem Licht mehr und mehr Raum in ihrem Leben. Dadurch wird die Geburt eines neuen Bewusstseins ermöglicht, das durch das Licht von Seele und Geist geleitet wird. Das verwandelt den Menschen vollkommen. Dieser Prozess wird in der Bibel „Wiedergeburt aus Wasser und Geist“ genannt.

Das Ziel des Goldenen Rosenkreuzes liegt ausschließlich auf spirituellem Gebiet und wird von seinen Schülern im eigenen Leben Schritt für Schritt verwirklicht. Es verfolgt keinerlei gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Ziele.

Es beginnt mit Selbsterkenntnis

Am Anfang dieses Weges steht tiefgreifende Selbsterkenntnis, die zu stets fortschreitender Einsicht in die notwendigen Konsequenzen im Leben führt. Dieser Prozess wird individuell erlebt und verwirklicht. Innerhalb einer Gruppe Gleichgesinnter führt der Weg leichter zum Ziel. Die Gruppeneinheit ist daher eine kraftvolle Unterstützung für den Einweihungsweg des modernen Menschen.

Das Samenkorn des Geistes liegt im Herzen des Menschen. Es ist die geheimnisvolle „Rose“ der Rosenkreuzer, aus der die Kraft zum Gehen des Weges empfangen wird. Die Kraft der Rose teilt sich zuerst mit als ein unstillbares Sehnen nach etwas, das nicht von dieser Welt ist und das sich durch nichts aus dieser Welt befriedigen lässt. Mit dem Fortschreiten auf dem Pfad erwächst aus der Rose die Erfahrung eines innereigenen Raumes, in dem sich Stille, Licht und Erkenntnis der Gnosis manifestiert. Diese Erfahrung erleuchtet das ganze Wesen mit der Kraft von Liebe und Weisheit und führt zu einer dynamischen Entwicklung.

Der Lebensschwerpunkt verlagert sich

Sobald das aus der Ewigkeit geborene Seelenbewusstsein in einem Menschen erwacht, weiß er sich durch seinen Geistfunken mit dem innersten Wesen aller Menschen eins. Für das Bewusstsein des Erwachten ist dies eine einfache, konkrete Realität. Je mehr er sich dieser Verbundenheit bewusst wird, desto mehr können die Notwendigkeiten, Nöte und Hindernisse seines persönlichen Lebens in den Hintergrund treten. Das ist die Auswirkung einer allmählichen Verlagerung seines Lebensschwerpunktes: Die Seele verbindet sich mit der Lichtkraft und befreit sich dadurch von Problemen, Angst und Egoismus.

Ein solcher Mensch wird zum Bewohner zweier Welten: Er steht mitten in der vergänglichen irdischen Welt und ist zugleich innerlich frei, da er in einem universellen geistigen Lebensfeld atmet. Als Mikrokosmos entstammt er ursprünglich diesem Lebensfeld, und er weiß sich nun aus dem erleuchteten Bewusstsein wieder damit verbunden. Er steht im „Strom des Lebenden Wassers“, im geistigen Lebensprana der neuen Zeit.

Erleuchtung ist nicht das Ziel, sondern die Voraussetzung

Bewusstseinserleuchtung ist für Rosenkreuzer kein Ziel in sich selbst, sondern die Voraussetzung für ein tätiges Leben im Dienst für Welt und Menschheit. Rosenkreuzer führen kein Leben in Weltabgewandtheit oder Einsamkeit, sondern stehen mitten im Leben. Sie sehen aber die Welt und ihren eigenen Lebensauftrag aus einem anderen Blickwinkel und setzen für sich selbst andere Akzente und Prioritäten.

Wachsein ist alles

Für das Gehen des Pfades ist es wichtig, wach und bei vollem Bewusstsein zu sein, um die inneren Prozesse aufmerksam und so weit wie möglich ungetrübt verfolgen zu können. Deshalb wird auf Alkohol, Nikotin und Drogen verzichtet. Der Respekt und die Achtung vor den Lebewesen ist einer der Gründe, warum die Rosenkreuzer auch eine vegetarische Lebensweise wählen.

„Tempeldienste“ sind einer der zentralen Aspekte der spirituellen Arbeit. Vorbereitet durch innere und äußere Stille, steht bei der Tempelarbeit die gemeinsame Besinnung und Konzentration auf Aspekte des Weges im Mittelpunkt. Der Tempel – ein geweihter Versammlungsraum – ist ein Ort der Kraft und der Begegnung mit dem Licht. Diese Begegnung und Verbindung mit der ursprünglichen Schöpfungskraft, die allen Menschen gemeinsam ist, ermöglicht vertiefte Erkenntnis – Gnosis – und unterstützt die Schritte auf dem Pfad.

Tempeldienste für Schüler und Interessenten finden monatlich in den Zentrumsräumen statt, über die das Goldene Rosenkreuz in vielen großen Städten verfügt. Schüler treffen sich darüber hinaus regelmäßig zu spirituellen Wochenend-Konferenzen in einem der großen Konferenzorte.

Das Lectorium Rosicrucianum – das Goldene Rosenkreuz – als gnostische Geistesschule

Die geistigen Leiter setzten in dieser Zeit einen entscheidenden spirituellen Impuls, der über die bisherige Zielsetzung hinaus führte. Die gnostische Lehre der Transfiguration rückte dabei in den Mittelpunkt. Sie basiert auf einem Verständnis des Menschen als einer mehrdimensionalen Wesenheit mit einem unsterblichen Geistkern: ein Mikrokosmos, eine Welt im Kleinen. Die Bestimmung des Menschen als Mikrokosmos ist es, einen Weg der Rückkehr in die göttliche Naturordnung der ursprünglichen Schöpfung zu gehen, indem er die Gebundenheit an die vergängliche Welt und den an Raum und Zeit gefesselten Bewusstseinszustand überwindet. Der Mensch als sterbliche Persönlichkeit erwirbt auf diesem spirituellen Weg Einsicht über die Ursache der Endlichkeit alles in der Natur Geoffenbarten. Zugleich gewinnt er im Spannungsfeld zwischen der vergänglichen Natur und der ursprünglichen Schöpfungskraft vertiefte Selbsterkenntnis.

Das Lectorium Rosicrucianum – das Goldene Rosenkreuz – ist daher eine „gnostische Geistesschule“. Gnosis ist das griechische Wort für Erkenntnis. Damit ist die Erkenntnis Gottes gemeint, die sich dem Menschen innerlich und unmittelbar aus seinem unsterblichen Geistkern – der „Rose“ – offenbart, sobald er sich auf den Pfad der Seelenwiedergeburt begibt.

Die heutige Organisation

Nach dem Tod der geistigen Leiter Jan van Rijckenborgh (1968) und Catharose de Petri (1990) wird die Schule heute von einem international zusammengesetzten Gremium geführt, der Internationalen Spirituellen Leitung. Sie wird unterstützt durch Landesleitungen und Präsidien sowie zahlreichen Arbeitsgruppen.
Gegenwärtig hat das Goldene Rosenkreuz Schüler und Mitglieder in 36 Ländern, darunter viele Länder in Europa, Südamerika, Nordamerika, Afrika, Australien und Neuseeland. In Deutschland hat die Schule die Rechtsform eines gemeinnützigen eingetragenen Vereins. Der Hauptsitz der internationalen Organisation befindet sich in Haarlem, Niederlande.

Die Organisation wird finanziell ausschließlich getragen durch Beiträge und Spenden von Schülern und Mitgliedern und verfolgt keine wirtschaftlichen Interessen. Der Eintritt in die Organisation ist nach einer Orientierungsphase durch einen schriftlichen Antrag möglich. Das Mindestalter dafür beträgt 18 Jahre. Für den Austritt genügt ein formloses Schreiben.

Zentren und Konferenzorte

In vielen größeren Städten gibt es Zentren der Schule des Goldenen Rosenkreuzes, in denen sich Schüler, Mitglieder und Interessenten regelmäßig zu Veranstaltungen treffen. Weltweit gibt es rund 130 solcher Zentren in mehr als 40 Ländern. Werfen Sie hier einen Blick in unsere Zentren und lernen Sie uns kennen! An dieser Stelle finden Sie auch aktuelle Informationen zu den öffentlichen Veranstaltungen.

Darüber hinaus besitzt die Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes zur Zeit weltweit 60 Konferenzorte als Tagungsstätten für die Durchführung mehrtätiger spiritueller Zusammenkünfte. Dort sind auch die Verwaltungen der jeweiligen Regionen ansässig. Im deutschsprachigen Raum, in Deutschland, der Schweiz und Österreich sind das:

Region Norddeutschland: 
Van Rijckenborgh Konferenzzentrum

Querlandweg 5
31848 Bad Münder
badmuender@rosenkreuz.de

Region Westdeutschland: 
Christianopolis Konferenzzentrum

Auf der Höhe 16
57612 Birnbach
christianopolis@rosenkreuz.de

Region Süddeutschland:
Christian-Rosenkreuz Konferenzzentrum 

Haarlemeer Straße 19
75365 Calw
crhcalw@rosenkreuz.de

Österreich:
Schloss Neustein

A-9754 Steinfeld/Drau
rosenkreuz.oesterreich@aon.at

Schweiz: 
Foyer Catharose de Petri

CH-1824 Caux
admin@rosicrucianum.ch

Quelle:

https://www.rosenkreuz.de